Erschweren Basel-III-Regelungen KMU bald die Kreditaufnahme?
Nach der Wirtschaftskrise 2008/2009 hatten sich die Staaten international auf eine stärkere Regulierung des Bankenwesen verständigt. Die Vereinbarung ist auch unter dem Namen „Basel-III“ bekannt. Ende letzten Jahres hatte die EU-Kommission einen Vorschlag dazu gemacht, wie die Vorgaben in europäisches Recht umzusetzen sind. Darin ist unter anderem vorgesehen, dass Banken mehr Eigenkapital aufbauen müssen. Dadurch sollen sie besser vor Risiken geschützt sein – beispielsweise vor möglichen späteren Zahlungsausfällen von Unternehmen, die keine externen Bewertungen durch Ratingagenturen besitzen. Außerdem dürften sich die Kreditinstitute künftig weniger auf eigene Bewertungsmodelle stützen, sondern hätten zu großen Teilen Standards zu nutzen.
KMU – schlechtere Karten bei der Finanzierung?
Der Wunsch, Banken besser abzusichern und damit schwere Finanzkrisen wie damals zu vereiteln, ist vollkommen richtig und nachvollziehbar. Viele Beobachter kritisieren aber zu Recht, dass sich die kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande kaum von Ratingagenturen bewerten lassen. Die Befürchtungen, das Geschäft mit dem Mittelstand könnte für Kredithäuser durch die neuen Vorgaben unattraktiv werden, halte ich für berechtigt. Banken könnten in Zukunft nur noch ungern Kredite an KMU vergeben, oder aber die Finanzierungskosten für die Unternehmen würden steigen. Beides sind keine guten Aussichten. Deshalb empfehlen wir unseren Kunden, sich bereits heute mit Finanzierungsalternativen wie beispielsweise dem Leasing oder Factoring zu befassen.
Beim Factoring sind externe Ratings nebensächlich
Für eine Factoring-Finanzierung beispielsweise muss ein Unternehmen kein externes Rating nachweisen. Denn bevor ein Factor eine Forderung ankauft, prüft er ohnehin die Bonität seines angehenden Kunden. Noch viel wichtiger ist allerdings die
Bonität der Abnehmer des Unternehmens, die ein Factoringistitut unter anderem mithilfe von Limitabfragen bei Warenkreditversicherern feststellt. Ist hier alles im grünen Bereich, kauft der Finanzierer die offenen Forderungen des Unternehmens an und streckt einen Großteil des ausstehenden Rechnungsbetrags vor. Damit hat die Firma unmittelbar Liquidität zur Verfügung, lange Zahlungsziele fallen kaum noch ins Gewicht. Der Abnehmer bezahlt die Rechnung abschließend beim Factor. Ist dies geschehen, erhält der Factoring-Nutzende auch den Rest der ausstehenden Summe, abzüglich einer Gebühr und Zinsen für die Dienstleistung.
Factoring ist für viele KMU eine leicht zugängliche und alltagstaugliche Finanzierungsform. Sie verschafft schnell liquide Mittel, schützt vor Zahlungsausfällen und hilft, die Verschuldung zu senken – und das alles rein durch die eigenen Umsätze. Kein Wunder, dass immer mehr Mittelständler diese Option neben dem Bankkredit nutzen.
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