Unsicherer Zinsmarkt: Müssen KMU Investitionen vorziehen?
Zwei Jahre Corona-Krise, gestörte Lieferketten, Materialmangel, Preiserhöhungen – die Wirtschaft steht schon länger unter Druck. Der Ukraine-Krieg hat die Situation nochmals verschärft und lässt die Preise bei Energie und Rohstoffen weiter steigen. Laut einer Umfrage von ifo und FAZ rechnen Volkswirte 2022 mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 4,4 Prozent. Das bleibt auch für den Finanzierungsmarkt nicht ohne Folgen. Die Europäische Zentralbank hält zwar momentan noch an der Nullzinspolitik fest, fährt aber bereits ihre Käufe von Anleihen zurück. Hier sehen Marktbeobachter ein deutliches Signal für eine Wende in der Zinspolitik.
Dass der Finanzierungsmarkt in Bewegung ist, zeigten zuletzt bereits die Bauzinsen. Interhyp hatte die Angebote von 500 Banken analysiert und festgestellt, dass sich die Zinsen hier innerhalb weniger Wochen um mehr als 0,5 Prozentpunkte auf durchschnittlich knapp 1,6 Prozent erhöht hatten. Es ist zu erwarten, dass diese Entwicklung kein Einzelfall am Kreditmarkt bleiben wird, was auch die in den letzten Wochen gestiegenen Konditionen am Mobilienfinanzierungs-/Leasingmarkt unterstreichen. Gerade auch der Geschäftskundenbereich ist hier betroffen.
Unternehmen sollten Investitionsstrategie anpassen
Mittelständler haben viele Jahre lang von extrem niedrigen Zinsen profitiert. Wenn sich hier der Wind dreht, dürfte so mancher Geschäftsplanung ein Strich durch die Rechnung gemacht werden. Gerade mittelfristig angesetzte Investitionen könnten sich unversehens verteuern. Der Preisanstieg droht dabei mittlerweile von zwei Seiten: einerseits von der weiterhin schwierigen Situation am Beschaffungsmarkt und den hohen Einkaufspreisen. Andererseits kommen in den nächsten Monaten nun wohl auch schnell steigenden Finanzierungs-Mehrkosten hinzu. KMU sollten aufgrund der Unsicherheiten nicht mit Zögern und Abwarten reagieren, sondern stattdessen proaktiv vorgehen und mittelfristig geplante Investitionen vorziehen.
Sonst kann passieren, dass dringend notwendige Anschaffungen und Neuerungen nicht realisiert werden können. Womit letztlich auch die Konkurrenz- und Überlebensfähigkeit der Unternehmen auf dem Spiel steht. Was wir nicht vergessen dürfen: Viele Mittelständler haben aufgrund von Corona dringende Investitionsprojekte ohnehin vor längerer Zeit auf Eis gelegt. Hier besteht die Gefahr massiver Innovationsstaus.
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